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4 der Top5 glücklichsten Länder sind Nordische Länder

Nordische Länder – Glückliche Länder

Die Flaggen der Nordischen Länder Dänemark, Finnland, island, Norwegen und Schweden
Foto 'Flags' CC BY 2.0 miguelb / flickr.com

Am 20. März wurde der World Happiness Report 2017 veröffentlicht – eine Untersuchung der Vereinten Nationen, die alljährlich anlässlich des Weltglückstags der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Was den Skandinavien-Kenner kaum überraschen wird: die Nordischen Länder Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden sind *natürlich* unter den Top10 glücklichsten Ländern. Fast wären die Top5 Positionen der Untersuchung ausschliesslich durch Nordische Länder belegt gewesen – leider schafft es Schweden dieses Jahr aber nur auf Position 10.

Auf Platz 1 landet Norwegen – hier leben der Studie zufolge also die glücklichsten Menschen der Welt – bzw. eben die glücklichsten Menschen der 155 in der Studie untersuchten Länder. Damit verdrängt Norwegen den bisherigen Spitzenreiter Dänemark von Position#1. Dreimal in Folge war Dänemark das glücklichste Land der Welt, dieses Jahr jedoch auf Position#2 zu finden. Norwegen verbessert 2017 seine Position gegenüber dem Vorjahr um 3 Plätze – vergangenes Jahr war Norwegen auf dem 4. Platz gelandet.

Island kommt laut World Happiness Report 2017 auf Platz 3, gefolgt von der Schweiz auf Platz 4 und Finnland auf Platz 5.  Schweden ist, wie schon oben erwähnt, dieses Jahr auf dem 10. Platz zu finden.

Weltglücksbericht – die Top 10 glücklichsten Länder

  1. Norwegen
  2. Dänemark
  3. Island
  4. Schweiz
  5. Finnland
  6. Niederlande
  7. Kanada
  8. Neuseeland
  9. Australien
  10. Schweden

Deutschland kommt dieses Jahr wie schon im Vorjahr nur auf Platz 16.

Wie wird der Glücksindex ermittelt?

Um den Glücksindex zu ermitteln haben die Vereinten Nationen verschiedene Kriterien angesetzt. So fließt unter anderem das Bruttoinlandsprodukt BIP in den Glücksindex ein. Der ist in Norwegen mit etwas über 70.000 US-Dollar pro Kopf und Jahr relativ hoch. Aber auch die Lebenserwartung der Bevölkerung, die geistige Gesundheit sowie ganz konkret die Selbstwahrnehmung der Einwohner des Landes fließen in den Glücksindex mit ein. Weitere Faktoren sind die Stärke des sozialen Umfelds, aber auch das Vertrauen der Bevölkerung in Regierung und Unternehmen – und letztendlich auch die Arbeitslosenquote des Landes.

Berlinale: Aki Kaurismäki „Die andere Seite der Hoffnung“ gewinnt Beste Regie Bären

Glückwunsch nachträglich: der Finnische Filmemacher Aki Kaurismäki bekommt auf der Berlinale 2017 für seinen Film Die andere Seite der Hoffnung den Silbernen Bären für die beste Regie. Leider gibt Kaurismäki aber gleichzeitig auch das Ende seiner Karriere bekannt – er sei müde und wolle nun sein eigenes Leben leben.

Siehe auch: Kultregisseur Kaurismäki will keine weiteren Filme machen

Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland wagt den ersten Schritt

Finnland Grundeinkommen - Statue 'Drei Schmiede' in Helsinki

Zukunft der Arbeit - Bedingungsloses Grundeinkommen in Finnland - Statue Drei Schmiede in Helsinki - Foto: "Three smiths with anvil" CC BY-SA 2.0 Rob Hurson / flickr.com

Diese Meldung hat hier in Deutschland besonders hohe Wellen geschlagen: Finnland führt ein Bedingungsloses Grundeinkommen ein – zunächst zumindest immerhin testweise. Die Einführung eines Grundeinkommens wird zunächst nur an einer Gruppe von 2000 zufällig ausgewählten Personen getestet. Und der Staat bzw. das Finnische Sozialamt zahlt auch erst mal nur 560 Euro pro Kopf und Monat.  Aber immerhin, ein erster Schritt ist getan.

Die Testgruppe setzt sich aus 2000 zufällig ausgewählten Arbeitslosen zusammen. Die 560 Euro entsprechen dem aktuell in Finnland bezahlten Mindestsatz für Arbeitslosengeld – ggf. vergleichbar mit dem Hartz IV Satz, der einer Einzelperson hierzulande pro Monat zusteht.  Zu dem Grundbetrag in Höhe von 560 Euro kommt dann dementsprechend noch das Wohngeld dazu.

Wie funktioniert Bedingungsloses Grundeinkommen in Finnland?

Das klingt ja alles ganz schön und gut – aber – wie soll das Bedingungslose Grundeinkommen in Finnland konkret funktionieren? Das ist relativ einfach umrissen: einfach so. Bedingungslos eben. Man erspart sich vor allem zunächst mal den sonst üblichen Papierkrieg, der üblicher weise anfällt, wenn man zum Beispiel Arbeitslosengeld, Sozialhilfe oder einen Wohngeldzuschuss beantragen muss. Die Leistungsempfänger werden enorm entlastet – und auch die Behörden werden natürlich entlastet – und alle Beteiligten haben nun mehr Zeit und Energie, um sich um wichtigere Dinge zu kümmern.

Bei den Leistungsempfängern könnte die frei gewordene Zeit bzw. diese ‚wichtigeren Dinge‘ entscheidend sein. Denn anders, als bei der regulären Sozialhilfe dürfen die Leistungsempfänger beim Bedingungslosen Grundeinkommen jeden Euro behalten, den sie dazuverdienen. Auch das spart Verwaltungsaufwand – und die Leistungsempfänger werden motiviert, ihr Grundeinkommen selbst aufzubessern.

Gegner des Bedingungslosen Grundeinkommens befürchten, dass ein Menschen träge werden könnten, wenn sie sich nicht um ihren Lebensunterhalt kümmern müssen. In Finnland erhofft man sich jedoch das Gegenteil: einerseits eine Belebung des Arbeitsmarktes, andererseits eine Entlastung der Verwaltung – und somit langfristig auch eine Reduzierung der Sozialausgaben.

siehe auch: